werner Meier      

Bibliographie (Auswahl)| Bibliography (Selction) 

2004 „Have a Nice Day“ Ausstellung Kunstmuseum Luzern Eigenverlag
2003 „Mini- Monografie“ Eigenverlag
1997 „Zeichen und Symbole“ Galerie Pavillon Werd Zürich
1993 „Things to Come“ Monografie Verlag Ernst Bloch
1988 „Bilder/ Paintings“ Eigenverlag
1984 „W. M. Werke 1966- 1984“ Harlekin Verlag Luzern
1972 „Kunst: 28 Schweizer"  Edition Galerie Raeber Luzern


Autoren / Authors

Jean Christophe Ammann „Wie sich das Erleben des Sehens zum Sehen des Erlebens verhält“ 1974
Stefan Banz
„ Ein zärtlich unterkühlter Schmaus von Süssigkeiten“ 2006
Karl Bühlmann „ Die Hasen der Herren Dürer, Beuys und Meier“ 1984
Peter Fischer „Werner Meier malt das Gesicht der Verführung“ 2006
Theo Kneubühler „ Die Lust der Leere“ 1974 und „Werner Meiers Oeuvre- Hintergründe und Zusammenhänge“ 1984
Fred Licht, Collezione Peggy Guggenheim, „Zeichen und Symbole“ 1997
John Matheson, „ Things to Come“ 1993
Paul Nizon, „Die schönste Landschaft“ 1984
Bruno Steiger, „Die Selbstportraits von Meiers Menschen“ 1984
Emil Steinberger, „Kunst durch Zirkuskunst“ 1984
Niklaus Troxler, „Werner Meiers Live- Bilder vom Jazz“ 1984
Josef J. Zihlmann, Der Schöpfer unseres Titelbildes“ 1983 und „Einleitung zu Werner Meier Werke 1966-1984“

Text von Peter Fischer, Direktor Kunstmuseum Luzern.

Werner Meier „Have a Nice Day“
Peter Fischer, Direktor Kunstmuseum Luzern

Werner Meier ist in der Zentralschweiz seit den 1960er Jahren mit einem vielfältigen künstlerischen Werk präsent, das stets auch von seinen individuellen Lebensumständen geprägt war. Nach frühen, viel beachteten Versuchen mit Objekten dominieren später die Zeichnung und die Malerei. Die gegenständliche Bildauffassung blieb dabei, trotz ausgedehnten Ausflügen in die Abstraktion eine Dominante, die in den neuesten Werkserien augenfällig wieder aufscheint.

Einerseits fasziniert den Künstler die Beschaffenheit von Oberflächen, auch im Sinne einer Herausforderung hinsichtlich ihrer malerischen Umsetzung. Andererseits liegt den neuen Werkgruppen ein konzeptueller Ansatz zugrunde. Meier malt durchwegs Objekte der Verführung und Begierde, dinglicher Ersatz für immaterielle Zustände, für Befindlichkeiten wie Glück oder Zufriedenheit. Die Wahl der Motive ist bewusst durch deren zwiespältige Wertigkeit motiviert, doch die bedrohliche Klippe einer moralisierenden Stellungsnahme umschifft Meier geschickt.

Mit distanziertem Blick „portraitiert“ er die Objekte „nach der Natur“ in ihrer ganzen materiellen Erscheinung und setzt sie dann, indem er sie vor der weiss grundierten Leinwand freistellt und dadurch aus ihrem Gebrauchszusammenhang löst, gleichsam kommentarlos in ein Zwischenreich, das weder Raum noch Zeit kennt. Keine Ueberhöhung, keine Propaganda, keine Ironie, kein Sarkasmus, keine Moral. Sie sind vielleicht schön, vielleicht kitschig, vielleicht reich, vielleicht billig, sie beglücken, trügen, trösten, ernüchtern. Meier malt das Gesicht der Verführung. Ihr Wesen bleibt- um einen Begriff zu verwenden, den Jean- Christophe Ammann für Werner Meiers Kunst 1974 geprägt hat- „gleich-gültig“ und dessen Beurteilung den Betrachterinnen und Betrachtern anheim gestellt.

Werner Meier has had a presence as an artist in Central Switzerland since the 1960s, with a diverse body of work that has always been shaped by the individual circumstances of his life. After early experiments with objects, which attracted a great deal of attention, drawing and painting came to dominate his work. A representational view of the image remains a part of it, despite extended excursions into abstraction, a dominant feature that appears very strikingly in his latest series of work.

On the one hand the artist is fascinated by the qualities of surfaces, not least in terms of the challenge represented by their transposition into painting. On the other hand, the new groups of works are based on a conceptual approach. Meier chooses to paint objects of seduction and desire, an objective subsitute for immaterial states, for moods like happiness or contentment. The selection of motifs is conciously driven by their ambivalence, but Meier skilfully steers clear of making any moralising judgments.

With a detached eye he paints a “portait” of the objects in all their material appearance and then, showing them against a white grounded canvas and thus freeing them from their utilitarian context, places them effectively without commentary in an interim zone that knows neither space nor time. No exaggeration, no propagan- da, no irony, sarcasm, no moral. They may be beautiful, they may be kitsch, they may be rich, they may be cheap, they cheery, cheat, comfort, sober. Meier is painting the face of seduction. Its essence is- to use a term that Jean-Christophe Ammann coined for Meier`s art in 1974- “gleich-gültig” (german for “equally valid” as well as “indifferent”), and judgement of the work is left up to the viewers.